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Wolfssteig

Wolfssteig

Roman

von David Bröderbauer

Hardcover

2019 Milena Verlag

Auflage: 1. Auflage

400 Seiten; 215 mm x 152 mm

ISBN: 978-3-903184-31-2


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Kurztext / Annotation
In diesem tragikomischen Provinzdrama werden die brachliegenden Hoffnungen der Bewohner von Wolfssteig zum Leben erweckt, als ein Truppenübungsplatz aufgelassen wird. Themen des modernen dörflichen Lebens treffen auf wunderbarste Naturschilderungen.

Langtext
Der Truppenübungsplatz Wolfssteig im Waldviertel wird aufgelassen. Jetzt beginnt das Ringen um die Zukunft des Grundstücks. Ein Biologe, Ulrich, streift durch das Gelände und zählt die seltenen Birkhühner, er trägt den Plan für einen wunderbaren Nationalpark im Kopf. Ein ehemaliger Wehrdiener, Christian, versucht den Neustart als Hausmeister in der Kaserne, die bald Flüchtlinge beherbergt. Und die Nachfahren der Enteigneten fordern ihre alte Heimat zurück, die 1939 zum Sperrgebiet wurde, als viele Dörfer geräumt und Menschen vertrieben wurden, um Hitlers Truppenübungsplatz Platz zu machen. Blind verfolgen die Widersacher ihre Ziele, und rasch geraten die Fronten durcheinander. Zuletzt fliegen auf dem Truppenübungsplatz Wolfssteig die Funken.

David Bröderbauer erzählt davon, wie auf der Suche nach einem festen Bezugspunkt die Orientierung verloren geht. Dieser Gegenwartsroman überzeugt durch seine intelligente Handlung und die wunderbaren Naturschilderungen in der Tradition von Henry David Thoreau.

Geb. 1981 in Zwettl (NÖ), Biologe. Nach einem Forschungsaufenthalt in China wandte er sich dem Schreiben zu. Im Jahrgang 2017/18 besuchte er die Leondinger Akademie für Literatur. "Wolfssteig" ist sein Debütroman.

Ein gelungener Debütroman 30. Mai 2019
Autor und Biologe David Bröderbauer entführt seine Leser in eine mystische Ecke Niederösterreichs: in den aufgelassenen Truppenübungsplatz „Wolfssteig“, der im wirklichen Leben weder so heißt, noch aufgelassen ist, wie hunderte Rekruten jedes Jahr feststellen dürfen.
Angelehnt an die wahre Geschichte des Tüpl - Enteignung und Vertreibung der Bevölkerung durch die Nazis - keimt hier im Roman nach Abzug des Bundesheeres die Hoffnung nach Rückkehr auf das Land der Väter auf. Doch die Rückkehrwilligen sind nicht die einzigen, die große Pläne mit dem riesigen Areal haben. Sie stehen Jägern, Naturschützern und dem Staat gegenüber, die in den aufgelassenen Kasernen Flüchtlinge untergebracht hat.

Neben den sich selbst überlassenen Buchen, Fichten, Kiefern und Birken dürfen sich Rehe, Wildschweine, Mufflons, mehrere Arten von Spechten und das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn entwickeln. Biologe Ulrich Bruckner, der einst der Enge Wolfssteigs entronnen ist, kehrt nun im Auftrag des Naturverbundes zurück, um diese selten gewordenen Vögel zu zählen. Wir begegnen noch Christian Moser, dem ehemaligen Soldaten, der bei einem Unfall mit einem Panzer, hier auf dem Truppenübungsplatz ein Bein verloren hat und seine Hightech-Prothese mit magentafarbenen Lack ansprüht. Christian fristet sein Leben als Hausmeister im Asylantenheim und ist ein begnadeter Automechaniker, der jede noch so desolate Rostschüssel zum Laufen bringt.

Christian und Ulrich stolpern gemeinsam durch das DIckicht des Truppenübungsplatzes, um die Birkhühner zu suchen. Dabei stöbern sie nicht nur allerlei Getier auf, sondern bekommen es mit den unterschiedlichen Interessen rund um den Tüpl zu tun. Selbst der nigerianischer Pfarrer mischt im Gerangel um die Nachnutzung mit.

Meine Meinung:

In seinem Debüt-Roman schneidet der Autor viele Themen an. Die Leser können sich ein Bild von der Artenvielfalt der unterschiedlichen Interessen machen. So trifft der Leser hierauf Landflucht, Reminiszenz an Vergangenes, Flucht, Vertreibung (die eigene), Fremdenfeindlichkeit sowie Naturschutz und zarte Liebe. Jedes Thema hat für sich seine Daseinsberechtigung, ein Miteinander scheint unmöglich. Hier prallen gegensätzliche Welten aufeinander.

In Wahrheit robben nach wie vor Rekruten durch das dichte Unterholz, zerstören gepanzerte Fahrzeuge dasselbe und - ein Triumph der Natur - haben sich Wölfe angesiedelt. Ein Trupp Soldaten beobachtet das Rudel genau, übernimmt also die Rolle von Ulrich. Sehr zum Ärger der Bevölkerung und der Jäger (was häufig eine Personalunion darstellt), die die eingewanderten Wölfe lieber heute als morgen vor den Flinten hätten.

David Bröderbauer ist 1981 in Zwettl, einer Kleinstadt die nur wenige Kilometer vom Truppenübungsplatz entfernt liegt, geboren. Er kennt daher Land und Leute. Sein beinahe karg anmutender Erzählstil, seine schnörkellosen Sprache passt ausgezeichnet zum schroffen Waldviertel und seinen Bewohnern. Als bekennender Waldviertel-Fan finde ich diesen Roman doch sehr poetisch. Manche Szenen wirken sehr vertraut: Die männliche Dorfjugend auf ihren (von Christian) niedergelegten PS-starken Autos, das Macho-Gehabe in der Dorfdisco und die Ablehnung von Neuem oder Fremden.

Die Schilderung der Naturschönheiten lassen eine starke Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat vermuten. Der Kontrast - hier Knarzen des Holzes und Tirilieren der Vögel und dort scharfe Kommandos und das Dröhnen von Panzerhaubitzen, kann nicht größer sein.

Fazit:

Ein durch und durch gelungener Debütroman, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.
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